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26.07.2019 13:27 Uhr Weckesheim:
Feuerwehr und Rotes Kreuz rund 14 Stunden im Einsatz

Die Reichelsheimer Feuerwehren haben vermutlich hunderten Fischen in einem Zuchtteich im Reichelsheimer Stadtteil Weckesheim das Leben gerettet. Durch die andauernde Hitze waren der Wasserpegel und die Wasserqualität des nur rund 1200 Quadratmeter großen 'Everett-Teiches' stark abgesunken. Mehrere hundert Fische, wie beispielsweise Schleien, Karpfen, Rotaugen oder Moderlieschen drohten zu verenden. In seiner Not wandte sich der Angelsportverein Weckesheim an den Wetteraukreis. Die Untere Wasser- und Bodenschutzbehörde genehmigte daraufhin den Transfer von 1000 Kubikmetern Wasser aus dem 24 Hektar großen Bergwerksee zwischen Weckesheim und Reichelsheim. Doch wie bekommt man eine Million Liter Wasser von einem rund 600 Meter Luftlinie entfernten See in einen Teich? Die Lösung war ein 14-stündiger Einsatz der Reichelsheimer Feuerwehren und des Deutschen Roten Kreuzes.

Gegen 19:40 Uhr ließ die Feuerwehrführung, bestehend aus Stadtbrandinspektor Nicklas Pipperek und seinem Stellvertreter Markus Ritter, am Freitagabend alle sechs Reichelsheimer Stadtteilfeuerwehren alarmieren. Nach Eintreffen der Wehren in der Dorn-Assenheimer Straße wurden die Führungskräfte mit dem Einsatzplan vertraut gemacht. Bereits im Vorfeld hatten Pipperek und Ritter die aufzubauende Schlauchleitung berechnet und Standorte von Pumpen und Fahrzeugen festgelegt.

So wurden die zwei größten Löschfahrzeuge aus Reichelsheim und Weckesheim direkt am Bergwerksee stationiert. Beide Fahrzeuge verfügen über leistungsstarke Pumpen, die jeweils bis zu 1600 Liter Wasser pro Minute fördern können. Damit wurde das Wasser aus dem See gesaugt und über zwei 400 Meter lange Schlauchleitungen auf die rund zehn Meter höher gelegene Dorn-Assenheimer Straße gepumpt. Dort wurden die Wassermengen in zwei Faltbehältern aufgefangen und mit zwei weiteren Pumpen - sogenannten Tragkraftspritzen - über eine Strecke von weiteren rund 700 Metern zum Everett-Teich gepumpt. Während über eine Schlauchleitung der Teich direkt befüllt wurde, wurde der Teich mit der zweiten Leitung über das Tragkraftspritzenfahrzeug der Feuerwehr Heuchelheim über mehrere Strahlrohren belebt bzw. mit Sauerstoff angereichert.

Für die Feuerwehren bedeutete dieser Einsatz bei Temperaturen weit über 30 Grad Schweißarbeit. Über 100 je 20 Meter lange B-Schläuche, von denen jeder rund 11 Kilo wiegt, wurden verlegt. Nach Aufbau dieser Wasserleitung wurde über einen Zeitraum von fast 10 Stunden im Schichtbetrieb Wasser aus dem Bergwerksee in den Zuchtteich gepumpt. Je zwei Maschinisten pro Pumpe überwachten dabei den reibungslosen Betrieb. Dafür hatten die Feuerwehren zunächst entsprechende Mengen Kraftstoff bereitgestellt, um Fahrzeuge und Pumpen jederzeit betanken zu können.

Im Einsatzleitwagen überwachte die Einsatzleitung die in den Teich geförderte Wassermenge. Gegen 5:30 Uhr war der Zuchtteich soweit wieder mit Wasser gefüllt, dass die Pumpen abgestellt werden konnten. Nach zwei weiteren Stunden waren alle Schläuche und Geräte wieder auf den Fahrzeugen und Anhängern verlastet. Rund 75 Einsatzkräfte von Feuerwehr und DRK waren bei diesem Einsatz tätig. Den Betrieb der Wasserförderung teilten sich rund 30 Einsatzkräfte in zwei Schichten. Während des Einsatzes stellten die Feuerwehren aus Beienheim und Blofeld wechselweise mit je einer Gruppe und einem Löschfahrzeug den Brandschutz sicher.

Während des Einsatzes wurden die Feuerwehren von der Schnelleinsatzgruppe (SEG) Betreuung des DRK Ortsverbandes Reichelsheim versorgt. In einer Hofeinfahrt in der Dorn-Assenheimer Straße servierten die DRK-Helfer Kaffee, Tee und Wasser, sowie Abendverpflegung und ein Frühstück.

Nach dem Einsatz bedankte sich Stadtbrandinspektor Nicklas Pipperek und auch der Vorsitzende des Angelsportvereins Weckesheim, Kai-Uwe Repp, bei den Einsatzkräften von Feuerwehr und DRK für den nächtlichen Einsatz bei schweißtreibenden Temperaturen.
Text: AlexanderHitz.de
Bilder: AlexanderHitz.de





Wie kann man die Feuerwehr bei Unwetter erreichen?

In den letzten Wochen wurde die Bevölkerung von starken Regenfällen heimgesucht.
Es kann in diesem Fall aufgrund der zahlreichen Notrufen dazu kommen,
dass die Rufnummer 112 überlastet ist.
Um den Mitbürgern in einer Notlage zu helfen, wird bei einem tatsächlichen Unwetter 
Sirenenalarm im ganzen Stadtgebiet
ausgelöst und die Feuerwehrhäuser besetzt. Unter der
Telefonnummer 06035 / 4931
können sie das Feuerwehrhaus Beienheim erreichen
oder sie wenden sich direkt an die Technische Einsatzleitung Unwetter
im Feuerwehrhaus Weckesheim
Telefonnummer 06035 / 917530.
In der Regel sind die Feuerwehrhäuser jedoch nicht besetzt
und der Notruf ist nur über die Nummer 112 erreichbar.

Magistrat der Stadt Reichelsheim
Brand- u. Katastrophenschutz